Auswärtssieg

Nein, leider nicht bei der Eintracht. Ich würde so gerne mal wieder einen Auswärtssieg der Eintracht sehen. Über die Heimbilanz mag ich natürlich nicht meckern, das ist derzeit ohne Fehl und Tadel. Aber zum Auswärtssieg. Meine Frau kommt aus Quakenbrück. Dort gibt es einen Basketballverein namens Artland Dragons. Die waren neulich in Frankfurt zu Besuch und ich durfte zu den Auswärtsfans. Ich habe eine Freikarte geschenkt bekommen.

Zu diesem Frankfurter Basketballteam habe ich keinerlei Beziehung…

Ballsporthalle Frankfurt

Ballsporthalle Frankfurt

Für einen Fußball-Stehplatz-Dauerkartenbesitzer ist ein Basketballspiel eine vollkommen ungewohnte Erfahrung. In der gut geheizten Halle sitzen wir in bequemen Sitzschalen bei den Auswärtsfans. Immerhin stehen zwei Busse aus Osnabrück vor der Halle.

Basketball Ultras

Basketball Ultrass

Auch die Basketballer bringen ihre Ultras mit. Immerhin zwei Trommeln werden in der Halle aufgestellt und ordentlich bearbeitet. Die Rhythmen sind etwas einfacher als die im Waldstadion, auch die Gesänge ein wenig phantasieloser. Der Einsatz der Fans ist aber genauso hemmungslos wie im Stehplatzbereich des Waldstadions. Dafür gibt es eine Eins-Plus mit Sternchen. Der junge Mann mit dem weißen T-Shirt wird aber im Verlauf des Abends noch einen Fauxpas begehen, den er sicher schwer bereut.

Dragon Front

Dragon Front

Forza Dragons

Forza Dragons

Der Unterschied liegt nicht bei den Namen der Fanclubs, nicht bei der Lautstärke und nicht beim Enthusiasmus. Der einzige Unterschied zum Fußball besteht in der Zahl. Auch der Bierkonsum ist nicht wesentlich geringer als bei einem Fußballspiel.

Doch zurück zu den Unterschieden. Es gibt nicht zwei, sondern vier Halbzeiten. Eine dieser Halbzeiten dauert 10 Minuten. Für diese 10 Minuten braucht man wegen der ständigen Unterbrechungen aber mindestens eine halbe Stunde. Zumindest in der dritten und vierten Halbzeit.

Angriff der Dragons

Freiwurf der Dragons

Bei einem Faulspiel kommt es gelegentlich zu Freiwürfen. Der junge Mann mit der Nummer 32 auf dem Trikot imponiert mir bei den Dragons am meisten. Er hat eine tolle Ausstrahlung und scheint einer der wichtigeren Spieler zu sein. Keine Ahnung, ob ich damit richtig liege.

Angriff der Dragons

Angriff der Dragons

Manchmal fallen Tore – äh – Körbe auch aus dem Spielverlauf heraus. Der Spieler mit der Nummer 22 wird diese Punkte für Quakenbrück einsammeln. Als störend empfinde ich die vielen Pausen während des Spiels.

Pausenclowns

Pausenclowns

Kurz zum Spielverlauf: In den ersten beiden Halbzeiten führt Quakenbrück jeweils souverän. Nach der zweiten Halbzeit haben die Dragons 15 Punkte Vorsprung. Das sollen die anderen mal einholen, dachte ich mir. In der dritten Halbzeit kamen sie dann auch ein wenig näher ran, die vierte Halbzeit war unglaublich.

Der Schiri hat definitiv für die Heimmannschaft gepfiffen. Es gab nicht mehr Fouls als in den ersten drei Halbzeiten – äh – Vierteln. Also nach meinem Dafürhalten. Ich kenne mich ja wirklich nicht mit dem Spiel aus. So darf man den Angreifer nicht berühren – außer man trägt ein blaues Trikot. Einen solchen Heimschiedsrichter wünsche ich der EIntracht auch mal. Mmmh…

Putze

Putze

Das Blut von den vielen Faulspielen wird vorbildlich weggewischt. Naja, nach dem vierten Viertel steht es jedenfalls Unentschieden. Gut, denke ich, Unentschieden ist auch ein tolles Ergebnis. Ich will schon nach Hause gehen, da rufen sie überall „Verlängerung“. Es wird noch einmal gepuschelt.

Mehr Pausenclowns

Mehr Pausenclowns

Anschließend kommen zwei Verlängerungen zu je fünf Minuten, die jeweils gefühlt länger dauern, als eines der Viertel zu zehn Minuten. Ständige Unterbrechungen und Auszeiten. An dieser Stelle bin ich etwas genervt. Lieber ein ehrliches Elfmeterschießen und dann Schluss.

Der junge Mann, der bislang vor mir die Trommel geschlagen hat, ist angesichts des Spielverlaufs entsetzt. Die Skyliniers gehen in der ersten Verlängerung in Führung und liegen bald mit einem Dutzend Körben vorne. Er packt seine Trommel ein und verlässt die Halle. Diesen Fauxpas hat er bereut, denn gegen Mitte der zweiten Verlängerung ist er wieder da und schlägt seine Trommel, als wolle er das wieder wettmachen.

Fast der Endstand...

Fast der Endstand…

Am Ende gewinnt Quakenbrück. Ich fahre im Bus gemeinsam mit vielen enttäuschten Frankfurtern nach Hause. Keine Ahnung, ob ich mir nochmal ein Basketballspiel antun möchte. Vielleicht, wenn ich wieder eine Freikarte bekomme.

Sissi fand es nicht gut, dass ich so spät nach Hause kam. Immerhin war ich den ganzen Tag auf der Arbeit gewesen, danach habe ich mich in der Ballsporthalle herumgetrieben. Da darf die Hausherrin schon mal meckern.

Sissi ist sauer

Sissi ist sauer

2 Gedanken zu „Auswärtssieg

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