Katzenjammer

Sissi ist nicht mehr die jüngste Katze, sie blickt auf 13 Lebensjahre zurück. Ich weiß zwar nicht, wie das eine Katze üblicherweise macht, vielleicht ist es ihr auch reichlich egal. An der Brust wuchs jedenfalls ein Geschwulst, das von der Tierärztin entfernt werden musste.

Müde Katze nach der OP in der Sonne

Müde Katze nach der OP in der Sonne

Also begab es sich eines Tages, dass ich die arme Sissi morgens aus dem Bett gleich in den Katzentransportkorb gestopft habe, bevor sie so richtig wach war. Diese Methode geht am schnellsten und ist für mich am wenigsten schmerzhaft.

Nach zwei Stunden bekam ich eine operierte Katze zurück, die viel zu müde für den üblichen Katzenkorb-Terror war. Die Tierärztin teilte mir mit, dass die Katze nicht raus darf und das für die nächsten sechs Tage.

Tag 1: Tag der Operation

Die Katze ist vor allem müde. Sie schläft meistens. Wenn sie dann aber einmal wach ist, will sie auf das Dach hinaus, will die Wohnung verlassen oder wenigstens in der Küche auf ihr geliebtes Fensterbrett klettern. Das geht aber nicht, denn die Katze torkelt noch ein wenig benommen von der Narkose durch die Wohnung.

Der blöde Trainingsanzug behindert beim Putzen

Der blöde Trainingsanzug behindert beim Putzen

Wenn sie dann einmal einen Moment wach ist, fängt sie mit Putzorgien an. Dabei wird sie von ihrem Trainingsanzug ein wenig behindert. Dieser OP-Body wird von der Katze anstelle des Trichters getragen – meines Erachtens nach eine viel bessere Lösung. Natürlich habe ich die Katze nicht nach ihren Wünschen gefragt.

Tag 2: Der Tag danach

Auch am zweiten Tag ist die Katze noch ein wenig müde, sie torkelt aber nicht mehr durch die Gegend. Sie braucht immer noch viel Schlaf, scheint Schmerzen zu haben und will auch gar nicht mehr auf das Dach. Oder raus. Oder auf die Fensterbank. Hoffentlich ist die OP gut gelaufen.

Müde von der Operation, aber doch schon entspannt.

Müde von der Operation, aber doch schon entspannt.

Natürlich ist die Operation gut gelaufen, das hat die Tierärztin schon angekündigt. Und dass Frau Sissi nach dem Verlust einer Zitze sich nicht so richtig wohl fühlt, ist auch eine klare Sache. Ein gutes Zeichen ist ihre Begeisterungsfähigkeit hinsichtlich des Futters.

Futtern geht immer.

Futtern geht immer.

Tag 3 – 5: Es geht aufwärts!!!

Katzen sind verdammt zähe Viecher. Sissi will am dritten Tag gleich mal aus ihrem Kerker ausbrechen und überrumpelt mich an der Eingangstür. Zum Glück kann sie im Erdgeschoss noch abgefangen werden, sonst hätte ich sie die nächsten Stunden nicht mehr wiedergesehen. Was sie mit ihrer Narbe angestellt hätte – keine Ahnung.

Den Strampelanzug zieht sie sich auch zwei- oder dreimal aus. Ich stecke ihr die Vorderpfoten immer wieder in die vorgesehenen Löcher. Am nächsten Morgen sind sie wieder draußen. Trotzdem hält das Hemdchen die Katze wirksam von der Narbe fern.

Ein Blick auf die Narbe.

Ein Blick auf die Narbe.

Tag 6: Endlich wieder Freigang…

Da Sissi mich an der Narbe herumfummeln lässt, keine Schmerzen zu haben scheint und das alles auch gut abgeheilt aussieht, erlaube ich ihr einen Tag früher, den Weg in die neue alte Freiheit anzutreten.

Die OP-Narbe.

Die OP-Narbe.

Sie dankt es mir, indem sie sich nicht gleich alle Fäden zieht, sondern nur ein ganz klein wenig anknabbert. Die Narbe ist gut fünf Zentimeter lang und braucht einige Stiche. Egal, das Leben der kleinen Sissi ist wieder schön geworden.

Jetzt ist alles wieder gut!

Die Katze ist wieder munter und zufrieden.

Die Katze ist wieder munter und zufrieden.

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