Für ein paar Sekunden – das magische Dreieck!

Die Dinger sind schon seit ein paar Wochen im Frankfurter Hauptbahnhof installiert, doch erst vor wenigen Tage hatte ich die Gelegenheit, sie in Betrieb zu sehen. Die neuen Zeitspardreiecke bei der Bahn, die angeblich die Abfertigung der Züge beschleunigen und die Pünktlichkeit steigern sollen. So hat man es mir erklärt…

Das magische Dreieck

Das magische Dreieck

Wenn für einen abfahrbereiten Zug eine Fahrstraße eingestellt werden und das Signal auf Grün geschaltet werden soll, passieren in einem modernen elektronischen Stellwerk viele Überprüfungen, während die Fahrstraße einläuft. Dafür werden einige Sekunden Zeit benötigt. Der Bahn-Mitarbeiter, der mir das erklärt hat, sprach von bis zu einer Minute Zeitbedarf.

Alle Lichter sind aus.

Alle Lichter sind aus.

Das könnte zum Beispiel gerade in diesem Augenblick passieren – nein, hier nicht. Denn wir befinden uns in Frankfurt am Main (Hbf) auf Gleis 7 und dort gibt es schon das neue Dreieckssignal. Mit diesem Signal wird alles besser werden und der Frankfurter Hauptbahnhof wird ein Hort der pünktlichen Abfahrten sein. Oder so ähnlich.

Nehmen wir also an, der Fahrdienstleiter stellt jetzt gerade die Fahrstraße und den Signalbegriff für den im Bild befindlichen Zug ein. Dann sieht es gleich aus wie im folgenden Bild:

Jetzt bist du gleich an der Reihe!

Jetzt bist du gleich an der Reihe!

Der Zugführer, also der Kerl oder die Frau mit der Verantwortung, kann jetzt zum Schlüsselschalter laufen und den Schlüssel schon einmal betätigen, damit die Ansage für die Abfahrt läuft und damit sich die Fahrgäste beeilen mit dem Einsteigen. Das Signal sagt nämlich, dass dieser Zug hier als nächstes sein Ausfahrtssignal bekommen wird. In wenigen Sekunden ist es soweit.

Jetzt kann es losgehen.

Jetzt kann es losgehen.

Sowie das Signal einen Fahrtbegriff zeigt, leuchtet auch der gelbe Balken. Das wäre normalerweise das Startsignal für den Zugführer, um den Schlüsselschalter mit der Ansage zu betätigen. Die junge Dame auf dem Bild konnte die Tür übrigens noch öffnet und mit dem Zug mitfahren.

Jetzt ist es wieder aus.

Jetzt ist es wieder aus.

Wieder einige Sekunden später geht das Dreieck aus und der Balken leuchtet nur noch alleine. Das Dreieck braucht man jetzt nicht mehr. Der Bahn-Mitarbeiter, der mir das System erklärt hat, sprach von bis zu einer Minute Zeitgewinn oder von kleineren Verspätungen, die mit dem neuen System ausgebügelt werden könnten.

Ich habe das Dreieck einmal an Gleis 6 und einmal an Gleis 7 beobachten können. In beiden Fällen kam ca. 15 Sekunden nach dem Aufleuchten des Dreiecks auch der gelbe Balken. Ist der Zugführer also ganz fix und schnell mit dem Schlüssel am Schalter, können immerhin 15 Sekunden Zeit „eingespart“ werden bei der Abfertigung des Zuges. Ich staune!

2 Gedanken zu „Für ein paar Sekunden – das magische Dreieck!

  1. Hebelschubser

    Das ist eine ganz tolle Sache. Dank PlanStart fahre ich nicht nur 15 Sekunden früher zum Zeigersprung ab, sondern stehe auch schon 15 Sekunden früher vor dem Halt zeigenden Signal des Abzw. Main-Neckar-Brücke/Gutleuthof/Niederräder Brücke und warte 15 Sekunden länger die niveaugleiche Kreuzung mit einem weniger PlanGeStarten Zug ab. In Hanau/Darmstadt/Mannheim stehe ich dann wieder mit den gewohnten zugfolgebedingten +3/+6 am Bahnsteig. Aber die Pünktlichkeitsstatistik des Frankfurter HBF für beginnende Züge verbessert sich um nullkommairgendwas Prozentpunkte und die prämienberechtigte AT-Kraft kann sich zum Jahresende auf einen warmen Regen freuen. Ziel erreicht!

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  2. Kathi

    Ich durfte den Ablauf heute an Gl.9 bei einem verspäteten ICE beobachten. Der Zugbegleiter mit dem Schlüssel war sehr auf das Dreieck fixiert und dann sehr schnell am Schlüsselschalter. Aber ob ihm das mehr Zeit verschafft hat, nachdem er eh fast 10′ warten musste? Ich weiß es nicht …. 🤔

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