Pfingsturlaub 2015

Irgendwann im Laufe des Jahres 2014 kam meine Frau auf die Idee, dass sie ihren Schuhschrank viel besser auf dem Motorrad transportieren kann, wenn sie ein eigenes Motorrad fährt. Deswegen musste sie noch einmal die Fahrschulbank drücken und bekam im Oktober eine kleine Plastikkarte in die Hand gedrückt, die die Berechtigung enthält, ein Kraftrad zu lenken.

Dann waren es nur noch wenige Tage und das „Gelbschen“ stand in der Tiefgarage – eine hellblaue BMW F650 GS (Bj. 2004) mit gelber Sitzbank.

Startbereit in der Tiefgarage in Weilheim

Startbereit in der Tiefgarage in Weilheim

Wir haben überlegt, geplant und nachgedacht, wohin wir in unserem ersten gemeinsamen Motorradurlaub fahren möchten. Dabei sind wir dann auf eine schöne Runde durch Süddeutschland und die Vogesen gekommen. Planungstechnisch ist eine solche Runde sehr schön, denn man kann sie verlängern oder verkürzen – ideal mit einer Anfängerin in der kleinen „Gruppe“ aus zwei Motorrädern.

Tag 0: Frankfurt am Main – Weilheim i. OB. (15.5.2015, 580 km)

Für mich der Anreisetag nach Weilheim. Ich reiße die 580 km auf der Autobahn herunter. Wettertechnisch habe ich keine Lust, mich im Regen auch noch über die Landstraßen zu quälen. Lieber rechts auf laut stellen, den Regen ignorieren und ein Liedchen in den Helm singen. Nach knapp sechs Stunden sind die Qualen beendet, ich kann sogar die Regenklamotten ausziehen.

Tag 1: Weilheim i. OB. – Pfullendorf (16.5.2015, 205 km)

Zwei Tage waren angesetzt, um von Weilheim aus die Vogesen zu erreichen. Insgesamt handelt es sich um eine Strecke von ca. 450 km, wenn man die Umwege auslässt und sich nicht verfährt.  Der Plan ist, einfach so lange weiter zu fahren, bis Kathi müde wird und wir ein Hotel brauchen. Der Augenblick kam dann an der Tankstelle in Pfullendorf.

Adler

Adler

In Pfullendorf finden sich ganz viele Adler auf Brunnen, an Häusern und sogar auf Gullideckeln. Als Frankfurter habe ich natürlich eine gewisse Affinität zu Adlern, deswegen nehme ich ein paar davon auf.

Auch ein Hotel hat sich schnell gefunden, hinter dem die Motorräder auf dem Parkplatz gut aufgehoben sind. Nur wenige Meter weiter befindet sich die Kirche von Pfullendorf.

Motorräder auf dem Parkplatz in trauter Zweisamkeit

Motorräder auf dem Parkplatz in trauter Zweisamkeit

Apropos Hotel in Pfullendorf – es gibt deren drei oder vier. Das Hotel zur Krone haben wir gefunden und genutzt. Ich würde da wohl nicht mehr übernachten wollen, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist – ähm – grenzwertig. Beim Griechen gegenüber gab es leckeres Abendessen und Bier.

Hetel und Restaurant

Hetel Krone und Restaurant Odysseus

Wir machen einen kleinen Rundgang durch die Altstadt, den Stadtplan habe ich abgelichtet. Unser Hotel ist etwa bei der „2“.

Altstadtplan von Pfullendorf

Altstadtplan von Pfullendorf

Hier kommen jetzt noch ein paar Impressionen von der Altstadt. Die Fotos habe ich praktisch nicht geschönt, es ist schon ziemlich malerisch in Pfullendorf.

Blick von oben in die Altstadt

Blick von oben in die Altstadt

In den steilen Straßen befinden sich jede Menge schön hergerichteter Fachwerkhäuer. Da macht es Spaß, sich in den Ecken umzusehen.

Hotel nebst Nachbargebäude

Hotel nebst Nachbargebäude

Auf der linken Seite nochmal unser Hotel.

Deutscher Kaiser mit Dorfplatz und Brunnen

Deutscher Kaiser mit Dorfplatz und Brunnen

Vor dem „Deutschen Kaiser“ gibt es einen schönen Dorfplatz, hier haben sie auch einen Brunnen mit Adler aufgestellt.

Adler

Adler

Wermutstropfen: Die Kirche hat die ganze Nacht die Uhrzeit geläutet. Ich wusste immer, wann ich nicht schlafen konnte. Einmal für die Viertelstunde. Zweimal für die halbe Stunde. Dreimal für die Dreiviertelstunde. Viermal für die volle Stunde. Jeweils drei Glockenschläge. Plus die Anzahl der Stunden mit weiteren Glockenschlägen. Rund um die Uhr, Tag für Tag. Umpf.

Auch die Hotelbedienung kennt das Problem. Die Pfullendörfler hätten wohl gerne etwas mehr Ruhe in der Nacht, doch die Kirche gönnt es ihnen nicht. Mir wurscht, für mich ist es Urlaub. Morgen bin ich woanders!